Bereits bei der letzten Erhöhung des Rundfunkbeitrages, ehemals GEZ-Gebühr, gab es heftige Kritik. Dabei wurden die Gebühren um 86 Cent pro Monat gesteigert, sodass die jetzigen Kosten in einer Höhe von 18,36 Euro liegen. Nun hat sich der Vorsitzende der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs, Martin Dezel, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zu weiteren Änderungen beim Rundfunkbeitrag geäußert.

Dezel ist erst seit Beginn des Jahres Vorsitzender der Kommission und könnte seine Amtszeit mit großen Glocken einläuten: Ab 2024 könnte der Rundfunkbeitrag "nominal steigen", so Dezel im Interview. Diese Steigerung könnte auch dann greifen, wenn man alle Möglichkeiten zur Minimierung der Rundfunkkosten mit einberechnet. 

Inflation: Rundfunkbeitrag könnte steigen

Die derzeitig starke Inflation betrifft ohnehin schon viele Güter und Dienstleistungen, soll jetzt auch der Rundfunkbeitrag deswegen steigen?  Wenn es nach Dezel geht schon, denn er nennt als Hauptgrund für den möglichen Anstieg bei der ehemaligen GEZ-Gebühr, die allgemein steigenden Kosten.

Mit circa 9 Milliarden Euro pro Jahr alleine an Rundfunkbeiträgen erhalten die Sender eine gute finanzielle Grundlage. Trotz einer prozentualen Aufteilung der Einnahmen können sich die meisten Rundfunksender über eine ausreichende Finanzspritze freuen, so hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) im letzten Jahr Rekordeinnahmen von 35 Millionen Euro aus den Beiträgen verzeichnen können.

Laut Martin Dezel sind vor allem auch gestiegene Zuschauerzahlen bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern und deren Zuwachs an Bedeutung aufgrund jüngster politischer und gesundheitspolitischer Weltgeschehnisse ein Grund zur Erhöhung des Beitrages.  

Rundfunkbeitrag: Klares Nein zu einer Senkung

Das hat der Kommissionsvorsitzende allerdings nicht alleine zu entscheiden, sondern eine solche Steigerung muss von der Politik genehmigt werden. Hier gibt es allerdings einige Gegner, die sich ebenfalls aufgrund der Inflation eher für eine Beitragssenkung einsetzen.

Gegen eine Beitragssenkung spricht sich Dezel jedoch, trotz der Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender in Rekordhöhen, klar aus.